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Man(n) liebt die Unabhängigkeit des Autos

23. Januar 2015


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„Ohne Auto ist man aufgeschmissen“, behauptet Volkan Yilmaz. Der 21-Jährige wohnt in Simmern und absolviert gerade sein freiwilliges soziales Jahr an der Kooperativen Gesamtschule Kirchberg. Aufgrund einer defekten Einspritzanlage ist er gezwungen, eine Woche lang auf sein Auto zu verzichten. Im Rahmen eines Interviews berichtet er von seinen ersten Erfahrungen mit den öffentlichen Verkehrsmitteln im Rhein-Hunsrück-Kreis.

 
10 Euro für zwei Fahrten im öffentlichen Nahverkehr
In jungen Jahren war er aufgrund seiner Wohnlage nicht darauf angewiesen, den Schulbus zu nehmen, doch nun muss er täglich auf dem Weg zur Arbeit den Bus nutzen. Schon nach kurzer Zeit wird ihm bewusst, dass für einen Autobesitzer jede Busfahrt ein zusätzlicher Kostenaufwand ist. Seiner Meinung nach sind 10 Euro Tagesausgabe für den Bus unakzeptabel.

Besonders für Jugendliche ist dies eine schwer aufzubringende Summe. Zusätzlich entpuppt sich das Busfahren im Gegensatz zur Autofahrt als zeitraubende Angelegenheit.

Man muss sich nicht nur darauf einstellen, jeden Morgen früher aufzustehen, sondern auch die überaus lange Fahrzeit einplanen, da der Bus im ländlichen Bereich viele kleine Dörfer anfährt. Ohne Auto ist man stark in seiner Flexibilität eingeschränkt, da Busse nur zu festgelegten Zeiten fahren und man sich so nach dem Busfahrplan richten muss.

Mit 19 Jahren hat er erst seinen Führerschein gemacht, da es früher für ihn möglich war, sich in Simmern ohne Auto fortzubewegen. „Durch gute Organisation hatte ich auch nie Probleme, Freizeitmöglichkeiten zu nutzen“, erklärt Volkan Yilmaz. Eine Woche ohne Auto auszukommen ist eine interessante Erfahrung. Obwohl die Busfahrt ungewohnt ist, nutzte er diese Zeit, um Musik zu hören und sich mental auf den kommenden Tag vorzubereiten.

Voller Vorfreude zurück in die Werkstatt
Auch wenn er die Abwechslung genießt, ist er jedoch erleichtert, dass der Tag näher rückt, an dem er sein Auto aus der Werkstatt wieder abholen kann. Voller Vorfreude steigt er ein letztes Mal in den Bus, wissend, dass er am nächsten Arbeitstag wieder mit seinem Auto fahren kann.

Erneut mit seinem Auto fahren zu können, ist ein wohltuendes Gefühl, er ist nicht mehr von festen Fahrzeiten abhängig und kann „nach seinem eigenen Kopf handeln und sich frei bewegen“, wie er sagt. Er lernt daraus, dass man sich nicht so stark auf sein Auto versteifen sollte. Obwohl ein Auto eine kostspielige Sache ist, bevorzugt Volkan Yilmaz trotzdem das Auto. Denn Man(n) liebt sein Auto.

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