- Nürnberger ZeitungKrisenmanagement
Anfangs nichts tun, ruhe bewahren

10. April 2015

CooperOb kleine oder große Krisen, sie müssen bewältigt werden. Cooper Thomson gibt Tipps, wie es einem gelingen kann. Der 64-Jährige arbeitet unter anderem als Coach und Supervisor. Ruhe bewahren: In einer Krise ist es wichtig, erst einmal nichts zu tun. Die meisten Menschen denken aber, sie müssen sofort reagieren. Nur bei lebensgefährlichen Situationen ist Eile geboten. Aber in den meisten Krisen besteht keine akute Lebensgefahr. Der Betroffene sollte also Ruhe bewahren und sich fragen: Was genau ist passiert?

Ehrlich sein: Wie wir eine Krise bewältigen, hängt auch davon ab, wie ehrlich wir zu uns selbst sein können. Wenn es eine Krise ist, in die mehrere Menschen involviert sind – der Ehepartner, das eigene Kind oder etwa Arbeitskollegen –, dann sollte man sich zusammensetzen und möglichst offen miteinander reden. Hilfreich ist es dabei, in uns hineinzuhören: Was macht die Krise mit mir? Spüre ich zum Beispiel Angst, Wut oder Trauer? Stärken und Schwächen klären: Nun geht es darum zu analysieren, welche Stärken und Schwächen der Einzelne hat. Wir reflektieren unser früheres Verhalten und können daraus Lösungsstrategien für die aktuelle Krise entwickeln. Bei mehreren Beteiligten kann man schauen, wie man sich bei der Problembewältigung ergänzen kann. Vielleicht ist einer gut im Zuhören, der andere übernimmt dafür gerne praktische Aufgaben.

Hilfe holen: Eins darf man nicht vergessen: Niemand muss mit seinem Problem selbst fertig werden. Es ist in Ordnung zu sagen: Das schaffe ich nicht alleine, ich brauche dazu andere Köpfe. Dann holt man jemand anderen mit ins Boot.

Reflektieren: Nach einer Krise ist es wichtig, sich Zeit zu nehmen und auf das Geschehene zurückzublicken. In der Regel stellt man dabei fest, dass man über sich selbst eine Menge erfahren hat. Eine Krise ist immer auch eine Gelegenheit, etwas zu lernen. Wir können uns nur durch eine Krise weiterentwickeln.
Krisztina Nagy, Marc Sladek

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