- Nürnberger ZeitungKreativwirtschaft
Chancen im Leben sehen und ergreifen

25. Oktober 2015

_MG_7114Künstler sein oder doch einem bürgerlichen Beruf nachgehen? Musa Karaalioglu (59) hat für sich einen Kompromiss gefunden. Der Leiter des Kulturladens Ziegelstein steht auch immer wieder als Schauspieler vor der Kamera. In meiner Lebenslaufbahn gab es viele Zufälle und Begegnungen, die meinen Weg beeinflusst haben. Ich habe mich schon von klein auf für Kultur, Kunst und Musik interessiert. Daher ist es kein Zufall, dass ich hauptberuflich im kulturellen Bereich, im Kulturladen Ziegelstein in Nürnberg, tätig bin.

Gewisse Sicherheit spielt eine große Rolle. Aber ich habe auch die Möglichkeit, mich im künstlerischen Bereich auszuleben. Im Nebenberuf bin ich Schauspieler. Das war mein Kompromiss. Man trifft selten Künstler mit einer großen, erfolgreichen Karriere und mit festem Einkommen. Es müssen viele verschiedene Faktoren zusammenspielen, damit man als Künstler groß herauskommt. Für mich ist es optimal und ich bin glücklich, aber ich würde auch gerne nur Schauspieler sein wollen und davon leben können. Bisher hat es geklappt, beides zu verbinden, weil mein Arbeitgeber sehr tolerant ist und mich unterstützt. Inzwischen habe ich bereits 23 Rollen gespielt.


Als Künstler muss man viel leisten

Ich mag es mehr, auf der Bühne im Theater zu stehen. Aber es nimmt viel mehr Zeit in Anspruch als beim Film. Dort hat man die Möglichkeit, seine Fehler zu korrigieren und die Szenen zu wiederholen. Filme drehen ist so anders als Theater zu machen. Jeder künstlerische Bereich bringt seine Vor- und Nachteile mit sich. Da ich neben meinem Hauptberuf auf meine Leidenschaft nicht verzichten konnte, habe ich wenig Zeit für andere Dinge. Es ist mein Anliegen, irgendwie im künstlerischen Bereich dabei zu sein, und es macht mir Spaß. Als Künstler muss man viel leisten und auch viel von sich geben: Kontakte pflegen, sich engagieren, sich nicht über- oder unterschätzen und an sich arbeiten. Nichts fällt vom Himmel.

Eine gewisse Begabung muss angeboren sein, sonst kann es sehr schwer werden. Man soll jede Gelegenheit nutzen und jede Chance ergreifen und diese zu seinen Gunsten ausspielen. Wenn die Möglichkeit besteht, zwei unterschiedliche Lebensstile zu verknüpfen, sollte man diese nutzen, man kann damit glücklich werden. Um etwas zu erreichen, muss man das Ziel immer vor Augen haben und am Ball bleiben, überzeugt davon sein, dass es nur an einem selbst liegt, was aus einem Vorhaben wird. Ich glaube, auf der Welt gib es keinen Menschen, der behaupten kann, er hätte sein Lebensziel erreicht, sonst wäre das Lebentot.
Protokoll: Julia Klocek, Violetta Popov

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