- Nürnberger ZeitungKreativwirtschaft
Mit Geduld konnte ein Traum Wirklichkeit werden

18. Oktober 2015

_MG_7120Sie hat sich dazu entschieden, ihr normales Leben hinter sich zu lassen und den Schritt zum Künstlerdasein zu wagen. Heute leitet die 47-jährige Christina Bauereiß ihre eigene Tanz- und Ballettschule. „Du wirst einmal Kunstmalerin.“ Das waren die Worte meiner Mutter, die sieben Instrumente spielt und deren künstlerische Ader ich erbte. Mein Traum war es bereits im Kindesalter, mich in meinem weiteren Leben der Kunst zu widmen. Den Weg der Kunstmalerei verfolgte ich jedoch nicht, da der Bewegungsdrang größer war. Ich tanzte.

Mein Geld verdiente ich unter anderem als Requisiteurin im Staatstheater Nürnberg. Doch die Liebe zur Kunst brachte mich irgendwann auf eine andere Spur. Heute bin ich selbstständig und freiberuflich tätig. Ich leite eine Schule für Tanzkünste. Sie heißt „The walk of fame“, zu Deutsch „Der Weg zum Ruhm“. Ich glaube, dass jeder seinen individuellen Weg zum Erfolg hat. Ich wollte mir zuerst genügend Erfahrung aneignen, bevor ich eine Tanzschule eröffne. Außerdem muss man alles genau planen. Verwaltung und Wirtschaft sind feste Bestandteile, auf denen die Selbstständigkeit aufbaut. Allein die Fähigkeit, gut tanzen zu können, genügt nicht. Des Weiteren ist die heutige Zeit nicht mit der früheren vergleichbar. Als Kind hätte ich es mir keinesfalls erträumen können, eine Tanzkunst zu studieren. Während meiner Schulzeit war es einmalig, etwas Schauspielerisches oder Tänzerisches einzustudieren, so einmalig, dass ich die Schritte heute noch beherrsche.

Ich bin sehr glücklich darüber, gewartet zu haben. Es bringt viele Vorteile mit sich, den Job erst jetzt auszuüben, weil ich nun zu 100 Prozent einbringen kann, was ich im Laufe der Jahre lernte. Nun versuche ich, das Kreative sowie das Kaufmännische unter einen Hut zu bringen. Wenn ich gefragt werde, ob ich Momente hatte, in denen ich alles, was ich mir aufgebaut hatte, aufgeben wollte, so verneine ich dies. Ich liebe die Herausforderung. Und liebt man etwas, gibt man das nicht so einfach auf.

Heute ist es so, dass keiner bei nur einem Job bleibt. Man entwickelt sich immer weiter. Dieser Fortschritt ist auch im zeitgenössischen Tanz spürbar. Wir arbeiten daran, wo die Bewegung herkommt und wo sie hingeht. Das ist der Geist der Zeit. Man muss nur dranbleiben.

Protokoll: Jelena Tocakovic, Ecem Bozkurt

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