- Nürnberger ZeitungKrisenmanagement
Seismograph in der Wirtschaftskrise

19. April 2015

pilkenrothWenig Aufträge, keine Kredite: Damit mussten viele Unternehmen in Deutschland während der Wirtschafts und Finanzkrise im Jahr 2008 fertig werden. Gerade Zeitarbeitsfirmen bemerken solche Entwicklungen bei ihren Kunden sehr früh. Malgorzata Pilkenroth vom Personaldienstleister Hofmann in Nürnberg erzählt, warum.

NZ: Woran merken Sie, dass sich in der Wirtschaft eine Krise anbahnt?

Malgorzata Pilkenroth: Wir merken es, wenn an vielen verschiedenen Standorten von Unterschiedlichen Kunden mehr Mitarbeiter abgemeldet werden als üblich. Wenn es einem Unternehmen nicht gut geht, wird zunächst das Zeitpersonal abgebaut. Wir wissen so als Ersten, welche Branche gerade in Schwierigkeiten geraten könnte. Dann können wir uns schnell nach einer Alternative für unsere Mitarbeiter umschauen.

NZ: Wie geht man mit so einer Situation um? Pilkenroth: Man macht sich Gedanken, wie viele Mitarbeiter betroffen sind. Welche Qualifikationen haben sie? Haben wir noch passende Kunden für sie oder müssen wir vielleicht neue Kunden suchen? Wichtig ist, in solchen Situationen nicht den Kopf zu verlieren und sich eine passende Strategie zu überlegen.

NZ: Was passiert, wenn die Krise vorbei ist?

Pilkenroth: Man lernt natürlich daraus. Bei uns zum Beispiel, dass man sich nicht nur auf eine Branche konzentrieren, sondern die Mitarbeiter in verschiedene Unternehmen verschiedener Branchen einsetzen sollte – damit nicht alle betroffen sind, wenn eine Branche in die Krise gerät.
Fragen: Lorenz Suchy, Ajenth Sribala

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