- Schwäbische ZeitungWohnen und Bauen
Vom Nomaden zum Wangener Bürger

25. August 2016

sz_wangen_drozakWANGEN – Jean-Francois Drozak Senior lebte bereits in einigen Ländern. Vor ein paar Jahren ist er dann von München nach Wangen gezogen. Im Gespräch mit Kinneret Dalumpines und Ana-Sofia Jacinto schildert er seine Erfahrungen auf dem Wangener Immobilienmarkt.

Herr Drozak, was hat Sie nach Wangen geführt?

Wangen war für mich anfangs nur eine kleine Stadt, ein Punkt auf der Landkarte. Es war ein Zufall, dass hier eine Wohnung frei geworden ist und ich die Anzeige dazu gesehen habe. Ich habe mir dann im Internet Fotos von Wangen angeschaut und gedacht, dass die Stadt nett aussieht und ganz gut liegt.

Bestätigte sich Ihr positiver Eindruck bei der Ankunft?

Nun ja, ich kam an einem kalten, nassen und dunklen Winternachmittag mit dem Zug an. Aber mein Eindruck war dennoch sehr positiv. Ich war überrascht und fasziniert von der alten und traditionellen Architektur, ganz anders als ich es aus vielen anderen Großstädten kannte. Und in dieser wunderschönen Altstadt war ja auch die Wohnung, die ich besichtigen wollte.

Wie war Ihr erster Eindruck der Wohnung?


Die Wohnung hat mir gefallen. Das Gebälk, die kleinen Altstadtfenster, das fand ich durchaus faszinierend. Ganz anders ging es einem Mitbewerber. Er hat die Besichtigung abgebrochen mit der Begründung, er würde hier „depressiv“. Aber ich fühlte mich in der Wohnung glatt 40 Jahre jünger, wie ein Student. Interessant war auch der Schlafplatz, den der Vormieter auf den Balken im Dachspitz eingerichtet hatte. Ich fragte mich noch, ob ich da wirklich jeden Morgen und Abend die Leiter hoch und runter will. Die Sorge war unbegründet, denn der Vormieter meinte: „Die Leiter nehmen wir aber mit.“ Ich habe mich dann sehr schnell trotzdem für die Wohnung entschieden.

Wie schnell?

Nun ja, der Makler gab mir eine großzügige Bedenkzeit von knapp 15 Minuten. Das  Erleichterte mir diese Entscheidung sehr. Was hatte ich zu verlieren?

Bereuen Sie diese Entscheidung?

Ganz und gar nicht. Ich habe die Wohnung als eine Art Basislager gesehen, um in Ruhe nach einer passenden Wohnung zu suchen. Denn Wohnen in Wangen ist eine
echte Lebensqualität. Man kann alles in wenigen Minuten erreichen. Hier brauche ich kein Auto, meine Schuhe sind mein Mercedes.

Wie nehmen Sie die Wangener und ihre Umgebung wahr?

Die Wangener sind weltoffen und aufgeschlossen. Sie grüßen dich, auch wenn sie dich noch nicht kennen. Wenn ich in Großstädten unterwegs bin, sehe ich so viele verschlossene Gesichter von Menschen, die nur an ihren nächsten Termin denken und an einem vorbeihetzen. Hier in Wangen hat man eine ruhige Umgebung, die Menschen sind freundlich, man fühlt sich sehr willkommen, wie in einer großen Nachbarschaft. Sie sind ein weitgereister Mensch, haben schon in verschiedensten Ländern gelebt.

Wo fühlen Sie sich daheim?

Ich bin wohl eine Art Nomade. Aber seit einigen Jahren bin ich ja im Ruhestand. Und den verbringe ich gerne hier. In Wangen fühle ich mich angekommen. Ich bin ein Wangener.

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